• Jonas

Mobility & Stretching

Mobilität verstehen! Wie trainieren wir Mobilität und was ist Flexibilität, was brauchen wir im Training überhaupt?



Dafür müssen wir erstmal lernen, was der Unterschied zwischen Mobilität und Flexibilität ist: Wir definieren die Flexibilität, als den Bewegungsumfang, den wir zum Beispiel erreichen, wenn uns jemand in eine Dehnposition drückt, also den Bewegungsumfang, den wir alleine aktiv nicht erreichen. Mobilität hingegen ist der Bewegungsradius, den wir aktiv ohne Fremdeinwirkung erreichen können. Nehmen wir zum Beispiel an, ich komme in der Überkopfposition mit meinen Armen gerade so über den Kopf, schaffe es aber beim ablegen der Hände auf einer Box locker mit den Armen bis hinter meine Ohren. Der Unterschied sollte klar sein, Mobilität ist das was ich aktiv allein schaffe und Flexibilität ist all das was ich passiv erreiche oder durch fremde Hilfe. So kann es zum Beispiel sein, dass ich mit einer schweren Stange im Nacken gleich viel tiefer in den Squat komme, als bei einem Airsquat.


Woher kommt also das Problem?

Das Problem ist nicht, dass unser Muskel zu kurz ist, unser Körper schafft es in dem Fall nicht, im Muskel, genügend Länge und gleichzeitig Spannung zu generieren. Wir müssen ihm also beibringen, dass er in der Endposition weiter Länge zulässt, während er Spannung generiert. Das schaffen wir in dem wir Muskeln trainieren, und zwar genau in die Richtung, in die wir den Bewegungsumfang erweitern wollen. Für den Squat bedeutet das also, dass wir uns von viel Gewicht, nach weniger Gewicht arbeiten, solange, bis wir ohne Gewicht in die tiefe Kniebeuge kommen.


Warum hilft in diesem Fall Stretching nicht?

Stretching wird dir in diesem Fall nicht helfen, weil dein Muskel eigentlich lang genug ist, dein Körper hat nur nicht die Kontrolle über die Position, sodass du aktiv in die gewünschte Position kommst. Stretching fühlt sich für dich zwar angenehm an und du fühlst, dass du etwas weiterkommst, dieser Effekt ist aber nur kurzfristig und bis zum nächsten Training meist wieder verschwunden. So sehen wir viele Athleten, die sich seit Monaten stretchen vor Squats und ihre Mobility Routine brauchen, bevor sie Squats machen… Dabei wäre der Weg viel einfacher und effektiver, wenn der Athlet nur mehr Zeit in der tiefen Kniebeuge verbringen würde und das möglichst mit etwas Gewicht! Das bringt auch noch einen enormen Vorteil gegenüber dem passiven stretchen! Wir arbeiten aktiv an unserer Beweglichkeit und werden gleichzeitig stärker, so ist die Zeit, die wir im Gym haben deutlich effektiver genutzt 😉


Aber warum Stretchen wir dann und wieso haben wir einen Mobility Kurs!

Wie bei allem müssen wir uns die Frage stellen, wieso machen wir Mobility bzw. was wollen wir erreichen! Wenn es dein Ziel ist, Muskeln, Sehnen oder Bänder länger zu machen, also strukturell zu verändern, dann können wir die Intention von einem Stretch zwar verstehen, allerdings musst du dir immer die Frage stellen, ist mein Muskel wirklich zu kurz und kann er überhaupt zu kurz sein, wieso fühlt er sich zu kurz an und hilft mir stretchen dabei?

Wir als Coaches wissen, dass Stretching deinen Muskel strukturell nicht verändern wird, nutzen es aber fast täglich, vor oder nach dem Workout und im Mobility- Kurs, aber warum? Was wir bei Stretching feststellen ist, dass ihr euch entspannt, ihr zur Ruhe kommt, eure Atmung zentriert und euer Nervensystem runterfährt! Ihr werdet also entspannter und fühlt euch nicht mehr so verspannt, tight und ready für die nachfolgenden Bewegungen! Für uns bedeutet Stretching eine Entspannung des Menschen, weil er/ sie seine Atmung konzentriert, seinen Körpergefühl erweitert und insgesamt eine Entspannung aufkommt! Auch Abends im Mobility Kurs, das perfekte Tool, um zu entspannen und abzuschalten. Stretching hat also seine Berechtigung, ist nicht schlecht, wir müssen nur lernen wieso wir uns Stretchen!


Was wirklich bei Stretching passiert, warum sich Muskeln „kurz“ oder „tight“ oder „verspannt“ oder was auch immer anfühlen und warum jeder unter Narkose einen Spagat kann, erfahrt ihr im zweiten Teil zu Mobilität! 😊

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